Kontakt

In den Nachkriegswirren machte sich am 25.08.1948 der Vater der jetzigen Betriebsinhaberin, Hans-Joachim Schubert,  gemeinsam mit einem Partner, als Goldschmied  selbständig.  Nachdem der erste Standort im Leipziger Osten sich als ungünstig erwies, wurde das  Geschäft am 19. Januar 1949 zum jetzigen Standort verlagert. 1954 wurde das Geschäft  aus- und umgebaut. Im Zuge der Umgestaltungen wurde auch der Name "Schmuckkästchen" geboren. Der Namenszug bereicherte als eine der ersten Neonreklamen Leipzigs  nun das Stadtbild. 

1957 wurde mit VEB Freiberger Bleihütte Halsbrücke einen Vertrag abgeschlossen, der es erlaubte, Edelmetalle von der Bevölkerung anzukaufen. In Leipzig gab es nur drei Geschäfte, die diesen Service anbieten durften. Diesen Service bieten wir noch heute an.  

Daneben stand natürlich die handwerkliche Arbeit weiterhin im Vordergrund. Entsprechend  der damaligen Verhältnisse wurden vorrangig Reparaturen und, zunächst im kleinen Stil, die Produktion von Besteckteilen und Andenkenartikel in Silber. Hergestellt  wurden Mokkalöffel, Zuckerschaufeln und Konfektgabeln mit emaillierten Stadtwappen. Der Verkauf von Schmuck und Uhren besaß im Sozialismus ja "keine volkswirtschaftliche Bedeutung" und so wurden im Schmuckbereich auch kaum neue Ware angeboten. Das führte dazu, dass über An- und Verkauf von Schmuck und Uhren Kundenwünsche erfüllt werden konnten. Dieses Kommissionsgeschäft wird ebenfalls noch heute betrieben. 

Schuberts einzige Tochter Marion half schon während ihrer Schulzeit im elterlichen Geschäft. Sie kennt das Geschäft von der Pike auf. Sozusagen als noch der Goldstaub an des Meisters Kleidung aufgefangen wurde, um für schlechte Zeiten ein "Polster" zu haben. Ihr besonderes Interesse galt jeher dem Werkstattbereich. Als Zwölfjährige fertigte sie 1958 ihr erstes Schmuckstück - einen silbernen Bernsteinring - an. 

Nach der Lehre von 1962 bis 1964 beim Goldschmiedemeister Alfred Schäfter legte sie als Zwanzigjährige Ende 1966 die Meisterprüfung als jüngste Meisterin der DDR ab. 

Ab 14. April 1980 kam es durch die Erhöhung des festgesetzten Goldpreises von ca. 30 Mark auf 245 Mark  zu einem sprunghaften Anstieg  des Edelmetallankaufs.  Teilweise war dieser nicht zu bewältigen, so dass sich lange Schlangen vor dem Geschäft bildeten. 

Dieses Ankaufsgeschäft wird ebenfalls noch heute betrieben. 

Zum Jahreswechsel 1983 entschlossen sich die Eheleute Schubert, ihr Geschäft an die zweite Generation zu übergeben. Das "Schmuckkästchen" wurde  durch Tochter Marion und Ehemann Peter Deim weitergeführt. In der darauffolgenden  Zeit arbeiteten bis zu sechs Goldschmiede und -schmiedinnen in der Werkstatt. Der Verkaufsraum wurde erweitert.  Im Dezember 1989, vor der Währungsunion, begann sich die Inhaberin nach Geschäftspartnern in den alten Bundesländern umzusehen. Diese wurden auch gefunden und so war es möglich, ein breites Warenangebot an Schmuck anzubieten.  Die Schmuckstücke wurden für DDR-Mark verkauft. Das "Schmuckkästchen" war zu jener Zeit das einzige Geschäft, das dies ermöglichte. Schmuck konnte endlich ohne Goldabgabe erworben werden. Die Kunden haben es gedankt. 

 

 Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 brachte viele Veränderungen. Höhere Warenbestände, Edelmetalle und Edelsteine im Überfluss erforderten Umbauten im Sicherheitsbereich und die Umstellung auf ein neues Computersystem.  Es wurden Veranstaltungen und Präsentationen auch außerhalb der Geschäftsräume durchgeführt. Ein eigener Schmuckkatalog wurde herausgegeben.  Für die Geschäftsräume in der Jahnallee 38 deuteten sich Veränderungen an. Der Gebäudezustand verschlechterte sich zunehmend und nach der Rückführung an die Alteigentümer stand die Sanierung an. Eigentlich wollten Deim´s ihren alten Standort behalten aber die Baumaßnahmen machten einen ordentlichen Geschäftsbetrieb unmöglich. Neue Geschäftsräume boten sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite im sanierten Gebäude Thomasiusstraße 2 / Ecke Jahnallee.  Seit dem 10. März1998 präsentiert sich das "Schmuckkästchen" an neuem Ort mit gewohnt gutem Ambiente.